Galina liebt Fesseln

Hier ist mal wieder ein Interview mit einer speziellen Frau, welches ich vor ein paar Tagen machen durfte:


Interview mit Galina, die sich gerne fesseln lässt

Fragen: Jolanda


Jolanda: Galina, sie lassen sich gerne fesseln. Warum tun sie sich das an?

Galina: Für mich ist das Fesseln nichts Abartiges. Ich finde es extrem animierend und luststeigernd.


Aber das ist doch erniedrigend für sie als Frau?

Nein, das fühle ich nicht so. Für mich ist "Bondage" ein Spiel. In diesem Bereich gibt es keine Grenzen, jeder soll machen, was ihm Spass macht.


Wenn ein Mann sie fesselt, dann unterwerfen sie sich ihm doch bedingungslos? Sie sind machtlos und er kann mit ihnen machen was er will? Zuerst möchte ich festhalten, dass ich mich eigentlich fast nur von Frauen fesseln lasse. Diese verstehen mich besser und können besser auf mich eingehen. Das mit dem unterwerfen hat schon etwas, das gebe ich zu. Aber das ist eine sexuelle Fantasie. Wenn ich gefesselt bin, bin ich zwar wehrlos, aber das heisst nicht, dass man mich dann missbrauchen darf.


Worum geht es dann?

Um das Gefühl, dass es so wäre. Ich bin meiner "Herrin", ich nenne sie mal so, ausgeliefert. Das ist eigentlich nicht im Instinkt eines Lebewesens. Aber als Spiel bietet mir genau das der Kick. Ich bin zwar wehrlos und jeder könnte mir was antun, aber es passiert nur genau das, was ich will.


Schwierig zu verstehen. Können Sie noch befehlen, wenn sie gefesselt sind?

Nein. Die Spielregeln sind vorher abgemacht. Sie hören sich an, als wenn es hier um dunkelste Sado-Maso-Orgien ginge.


Genau von dort kommt das Fesseln auch, oder?

Das schon. Aber "Bondage" ist heute eine Kunst, die man beherrschen muss. Die Fesseln werden nicht nur deshalb angelegt, damit jemand wehrlos ist, sondern weil es ästhetisch sein soll und die Lust steigert.


Haben sie Schmerzen, wenn sie sich fesseln lassen?

Auch das gehört dazu. Die Stellungen der Arme, Beine und des Kopfes sind nicht immer bequem. Die Seile müssen straff sitzen, damit man unbeweglich wird. Das kann schon mal weh tun. Aber damit muss man rechnen.


Wer bestimmt, wie die Arme und Beine gestellt werden müssen? Grundsätzlich ist das Sache der "Herrin". Sie befiehlt und fesselt, so wie sie sich das vorstellt. Ich bin das Opfer. Ich kann höchstens sagen, wenn es mir zu viel wird oder die Schmerzen mal wirklich zu hoch sind.


Als Frau muss man schon eine unterwürfige Ader haben, oder?

Ja, Unterwerfung ist nicht Erniedrigung oder Unterdrückung. Es geht um Lust. Diese wird gesteigert, wenn man in Gedanken und in den Gefühlen unterwürfig ist, das macht, was man muss, was andere bestimmen. Diese Vorgaben als luststeigernd zu empfinnden ist der Spass an der Sache.


Sind sie immer ganz nackt? Ja. Für mich ist das ein Teil davon. Wenn das aber jemand nicht will, kann man auch Unterwäsche tragen. Die Gefühle sind noch etwas vollkommener, wenn man ganz nackt ist.


Was heisst vollkommener?

Na ja, es ist auch nicht das selbe, wenn ich im Bikini bade, oder wenn ich FKK mache. Wenn ich dabei ganz nackt bin, fühle ich mich freier. Ich fühle die Seile auch an intimeren Stellen direkt auf der Haut, das ist toll.


Wenn sie ganz nackt sind, fühlen sie sich freier, auch wenn sie gefesselt sind? Diese Frage habe ich gerade erwartet (lacht). Ich gebe zu, dass das jetzt ein bisschen widersprüchlich tönt. Aber die Fesseln sind ja nicht eine Strafe oder ein Mittel, mich zu quälen. Wie schon gesagt, von dort hat "Bondage" seinen Ursprung, aber heutzutage ist mehr Kunst dabei, als früher.


Wie weit gehen sie?

Ich gehe eigentlich sehr weit. Je ausgefallener, desto erregender. Wichtig ist, dass ich am Schluss richtig unbeweglich bin, da können die Beine auch mal weit gespreizt sein oder mein Hintern richtig zur Schau gestellt sein.


Fühlen Sie sich als Kunstobjekt, wenn sie gefesselt sind?

Das kann man so sagen, ja. Oft lasse ich mich auch so fotografieren.


Wer kommt denn in den Genuss ihrer Fotos?

Sicher nur ich und die "Herrin". Ich schaue die Bilder selber oft und sehr gerne an. Ich möchte nicht, dass jemand meine intimsten Stellen sieht. Mit Unterwäsche wär's noch ok, wenn die Fotos veröffentlicht würden.


Lassen sie sich auch auspeitschen oder sonst was mit sich machen?

Das habe ich auch schon machen lassen. Aber da sind wir irgendwo in einem Bereich, wo es wirklich nur noch um die Erniedrigung geht. Da ist es dann vor allem die "Herrin", die ihre Gefühle befriedigen will und jemandem Schmerzen zufügt, damit sie erregt wird.


Was ist mit Augen verbinden?

Durchaus. Die Augen lasse ich mir oft verbinden. Es ist noch spannender, wenn man nicht alles voraus sieht. Plötzlich fühlt man, wie die Arme nach hinten gezogen werden und wie sich die Seile enger ziehen, dann die Handgelenke und so weiter.


Wie oft gehen sie zu ihrer "Herrin"?

Das ist sehr unterschiedlich. Für mich ist es eine Art Sucht. Aber eine, die ich noch im Griff habe. Wenn ich es einmal pro Monat schaffe, dann bin ich wieder befriedigt. Es gab Zeiten, da bin ich 2 - 3 Mal pro Woche gegangen. Ich konnte gar nicht genug bekommen.


Können sie auch andere fesseln?

Ja klar. Aber es sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Als Fesslerin ist man die Künstlerin, als Gefesselte halt das Kunstobjekt. Ich bin lieber das Objekt.


Gehen sie ihrer Begierde nur im Geheimen nach oder wer weiss davon?

Ich mache kein Geheimnis daraus, wenn mich jemand fragt. Aber ich bin sehr zurückhaltend und erzähle es nur Leuten, die ich gut kenne. Oft wird man falsch verstanden und man wird als Domina oder Sex-Sklavin hingestellt.


Haben sie einen Freund?

Nein.


Würden sie ihn fesseln, wenn er es wollte?

Gute Frage. Ich würde es probieren. Aber wenn es nicht passt, würde ich ihn zu einem Profi schicken.


Schauen sie auch Fotos von anderen Gefesselten an oder live?

Ja, ich habe oft Bilder von anderen gefesselten Frauen angeschaut. Im Studio meiner "Herrin" darf man auch mal zuschauen, wenn man das will und das andere "Objekt" es akzeptiert.



Vielen Dank für das offene Interview, Galina.

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Professor Nestor Graubart

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