Professor Nestor Graubart

Hochschulstr. 35

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Das Loch in der Wand

Vor ungefähr einem Jahr fuhr ich mit der ehemaligen Klasse der Hotelfachschule Luzern in ein verlängertes Wochenende ins Oberland. Wir hatten immer guten Zusammenhalt und behielten diese Reise als traditionellen jährlichen Anlass bei.

Wir suchten uns meistens kein luxuriöses Hotel für die Übernachtung aus, sondern eine rustikale, gemütliche Alphütte. Erstens waren diese billiger und zweitens macht es weniger, wenn es mal etwas lauter oder frivoler zu und her geht.

Ich hatte damals in der Schule ein Auge auf Jonas geworfen. Jonas war ein kräftiger, gut aussehender, von Mädchen umschwärmter Jüngling. Er hat die Lehre nicht mit einer sehr guten Note abgeschlossen, aber das tat meiner Bewunderung für ihn keinen Abbruch.



Noch heute gefällt er mir und ich freute mich immer, wenn er auf den Ausflug mitgekommen ist. Jonas hatte auch eine sehr lockere Art. Er schämte sich nicht, halbnackt im Schlafbereich der Alphütte umherzulaufen. Sein durchtrainierter Körper konnte sich sehen lassen und auch seine grosse Männlichkeit, die man in seinen Unterhosen vermuten durfte, führte zu sehnsüchtigen und heimlichen Blicken bei den Mitschülerinnen. Daran hatte sich bis heute nichts geändert.

Auf der letzten Reise waren die Massenlager der Jungs und Mädchen wie immer getrennt. Klar waren wir inzwischen Erwachsen, aber einige Mitreisende waren vielleicht etwas weniger aufgeschlossen wie ich und Jonas. Als ich so im Schlafbereich war und die Zeit bis zum Abendessen mit Fingernägel schleifen, Lidschatten nachziehen und andere Schuhe anziehen verbrachte, fielen mir die kleinen Löcher in der Wand gegen die Jungs auf. Da ich alleine war, wagte ich einen Blick und sah im Nachbarraum Jonas, der sich gerade auszog um zu duschen. So sah es jedenfalls aus.

Irgendwann kam er auf das Loch zu, stellte den Rucksack weg, der mir die Sicht ein wenig eingeschränkt hatte und kam dann auf der anderen Seite ganz nahe heran. Ich erschrak und wandte mich ertappt ab. Ob er mich bemerkt hatte oder nicht, habe ich nicht definitiv herausgefunden. Auf Grund von dem, was gleich folgte, musste es einfach so sein.

Ich wartete ein paar Augenblicke, dann wagte ich einen weiteren neugierigen Blick. Jonas sass auf dem Bett direkt an der Wand und hatte nur noch seine Unterhose an. So viel konnte ich schon mal feststellen. Dann stand er plötzlich auf und zog sich das letzte Kleidungsstück langsam herunter. Er tat dies so auffallend langsam und provozierend, dass er einfach bemerkt haben musste, dass er beobachtet wurde.

Er stellte sich splitternackt im Raum hin, drehte sich ein paar Mal um, so als ob er etwas suchen würde oder sich vergewissern wollte, dass niemand anderes im Raum war. Dann trat er näher an die Wand mit dem Loch heran. Seine grosse Männlichkeit schwankte hin und her. Ich genoss den Anblick und wusste, dass ich gerade etwas sah, was sonst wohl niemand aus der Klasse je zu Gesicht bekommen hatte. Auf jeden Fall kein anderes Mädchen.

Wie ein Stripper blieb Jonas vor dem Loch stehen und drehte seine Hüfte schwungvoll im Kreis. Es war ein Anblick für die Götter. Egal, wen Jonas hinter dem Loch vermutete, er liebte es, seine Nacktheit hemmungslos zu präsentieren. Und ich genoss die private Stip-Show von meinem langjährigen, geheimen Schwarm.

Plötzlich hörte ich im Raum der Jungs eine Türe geräuschvoll auf- und zugehen. Zwei Stimmen wurden hörbar. Jonas hielt zwar mit seiner Show inne, blieb aber völlig nackt stehen und sprach ein paar Worte mit den Jungs, die zurückgekommen sind. Einer der Jungs kam auf das Loch zu, packte eine Tasche und begann, nach irgend etwas zu suchen. Unverhofft stellte er seine Tasche dann genau in mein Blickfeld. Ich hörte durch die dünne Holzwand, dass die drei Jungs nun über das Abendessen sprachen und über das bevorstehende Fest im Anschluss daran. Alle wollten unbedingt noch duschen gehen. Da es nur eine Kabine gab, mussten sie sich organisieren.

Enttäuscht, dass die private Vorstellung schon vorbei war, wollte ich mich abwenden und wieder meinen Fingernägeln widmen. Plötzlich wurde es aber wieder heller und ich konnte den Raum wieder komplett sehen. Ich erkannte, wie Jonas völlig unauffällig und von den anderen unbemerkt, die Tasche ein paar Zentimeter verschoben hatte. Genau so viel, dass das Loch wieder frei war.

Ich schloss daraus, dass Jonas mir den Blick wirklich ermöglichen wollte. Ob nur wegen ihm oder ob ich auch noch andere Jungs ihre Hüllen ungewollt für mich fallen lassen würden, war nicht ganz auszumachen. Aber es war mir egal und ich schaute neugierig hindurch. Es war spannender als ein Krimi und anregender als ein Erotik-Film.

Nach ein paar Minuten gingen die zwei Jungs zum duschen. Sie waren auch nackt, aber sie waren zu weit von der Wand entfernt, als ob ich Details hätte erspähen können.

Jonas war wieder allein. Mit mir. Es kam mir vor, als ob wir zwei ganz allein unter uns wären. Obwohl ich nicht wusste, ob er mich erkannt hatte und obwohl wir durch die Wand doch noch ziemlich klar getrennt waren. Jetzt kam er wieder auf das Loch zu und kam mit dem Gesicht ganz nahe heran. Ich erschrak und wandte mich kurz ab. Ich sah sein Auge ganz nahe.

Für ein paar Sekunden war ich erschrocken. Aber ich fühlte mich in seiner Schuld. Er hatte mir etwas geboten. Nun wollte er auch etwas sehen. Schliesslich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Mädchen und Jungs in die Schlafräume kamen um sich umzuziehen oder zu duschen. Es lag also an mir, ob ich jetzt prüde sein wollte oder ob ich mich auf meine Art bedanken würde.

Also entschloss ich mich spontan, mich zu bedanken. Und das, solange wir noch unter uns waren. Mir blieb nicht viel Zeit.

Ich kniete mich auf das Bett, knöpfte meine Bluse auf und zog sie rasch über die Schultern. Dann bewegte auch ich meinen Körper wie eine Stripperin hin und her, drehte mich dann um und öffnete meinen BH. Immer darauf bedacht, dass Jonas durch das Loch sehen konnte, was ich tat. Dann drehte ich mich langsam zu ihm um und präsentierte ihm eine nackte Oberweite. Genau wie er machte ich aus der Situation eine kleine Show indem ich mit dem Oberkörper wackelte und ihm so etwas bieten konnte.

Nachdem ich mich mehrmals vergewissert hatte, dass er durch das Loch blickte, stand ich auf und entledigte mich noch meinen Wanderhosen. Diese waren so weit, dass ich die völlig unerotischen, klobigen Schuhe und die blauen Socken noch anbehalten konnte. Ich drehte mich herzklopfend mit dem Rücken zur Wand, beugte mich hinunter, so dass mein Hintern gut zur Geltung kam und zog dann meinen Slip langsam herunter.

Ich wollte Jonas nicht enttäuschen. Mein Strip sollte vollkommen sein. Er hatte sich mir ja auch hemmungslos in seiner ganzen Pracht gezeigt.

Dann tänzelte ich noch ein wenig an Ort, wackelte mit dem Hintern, setzte mich dann aufs Bett und drehte mich zu Joans um. Als ich mich auf die Knie stellte, konnte er meinen Körper auch völlig unverhüllt sehen. Ich liess ihn minutenlang sehen.

Erst als ich hörte, dass in seinem Raum wieder Stimmen laut wurden, setzte ich mich hin, drehte mich zur Seite und liess den Kopf in den Nacken fallen. Ich wusste ja nicht, ob Jonas die anderen auch noch sehen lassen wollte.

Später beim Abendessen sass ich schräg vis-à-vis von Jonas. Als er sich setzte, blinzelte er mir unauffällig zu. Das sagte mir alles. Obwohl wir durch eine Holzwand getrennt waren, waren wir uns so nahe wie noch nie zuvor.


Was würde wohl die Reise im nächsten Jahr bringen?

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