Das Dirndl-Experiment

Ich kenne Marinka schon lange. Sie hat mir den Bericht ihres Experimentes anvertraut. Viel Spass.



Mein Name ist Marinka, ich bin 23 Jahre alt und von Beruf bin ich Fotomodell. Ich liebe Herausforderungen und spannende Abenteuer. Kürzlich habe ich eine Reportage im Fernseher gesehen, in welcher ein Model in Amerika sich Kleider auf die nackte Haut malen liess und dann so durch eine Innenstadt schlenderte. Eine Kamera filmte dieses Erlebnis und die Reaktionen der Passanten, die sich nicht sicher waren, was an diesem Körper nicht stimmte. Seit ich das gesehen habe, wusste ich, dass ich das auch machen wollte.


Am letzten Wochenende war es dann soweit. Ich habe über meine Agentur einen Künstler aus Deutschland kontaktieren können, welcher sich mit sehr schönen und ästhetischen Body-Paints einen Namen gemacht hat. Er nannte sich Alexander oder einfach nur Alex. Es war ein schöner Sommertag und angenehm warmes Wetter. Ansonsten hätte ich mich nicht nackt aus dem Haus getraut.

Zuerst war es schon ein etwas mulmiges Gefühl, mich vor Alex splitternackt auszuziehen. Ich habe mich schon ein paar Mal painten lassen, auch schon ohne BH, aber noch nie ganz ohne Slip. Um den Nervenkitzel wirklich erleben zu können, wollte ich es jetzt ganz ohne wagen. Die ganze Arbeit dauerte mehr als vier Stunden und es war wirklich ein Kunstwerk. Ich stellte eine bayerische Magd in einem engen Dirndl dar. Das Kleidungsstück war rosa, hatte weisse Spitzen, einen tiefen Ausschnitt, kurze Ärmel und reichte bis etwa in die Hälfte meiner Oberschenkel. Um die Hüfte schien ein Spitzenband das Röckchen festgebunden zu haben. Alles stilecht und genau nach Vorlage.

Als ich mich im Spiegel sah, dachte ich wirklich, ich hätte das Dirndl an. Nur die hohen Schuhe mit den Lederriemen fehlten noch. Diese konnte Alex nicht aufmalen. Zusammen mit einem Kameramann und einem zusätzlichen Begleiter als Schutz, Assistent und Informant machte ich mich in die Innenstadt von Freiburg auf. Zur Sicherheit nahm ich ein Röckchen in der gleichen Farbe wie das Aufgemalte mit. Ich war ja kein Pornostar und falls mir die Blicke der Männer mir Angst machen sollte, würde ich mich wenigstens unten rum bedecken können. Mein Busen war und blieb unbedeckt, bis wir wieder nach hause fahren würden.

Wir stellten das Auto irgendwo in einer Seitengasse ab. Alex besserte noch kurz einige Stellen nach, vor allem auf meinem Hintern, welcher beim Sitzen etwas Farbe gelassen hat. Dann gingen wir los. Ich musste natürlich voraus gehen. Der Kameramann der Agentur sowie Ramon, der Aufpasser, kurz nach mir.

Ich hatte heiss. Es waren aber nicht nur die Temperaturen von um die 25 Grad, die mir zu schaffen machten, sondern auch die Gewissheit, dass ich gerade splitterfasernackt durch eine Fussgängerzone marschierte. Ich versuchte, mich so natürlich wie möglich zu verhalten und ging schlendernd auf meinen High-Heels an den ersten Geschäften und Restaurants vorbei. Ich fühlte sofort, wie mich die Leute anstarrten. Einige waren recht diskret und wandten ihren Blick bald unsicher ab, andere schauten mir vor allem auf die Brüste und zwischen die Beine, um sicher zu gehen, dass sie richtig gesehen hatten und ich wirklich nackt war.

Eine junge Frau sprach mich an. “Sieht toll aus, wirklich.” rühmte sie mich bzw. Alex’ Kunstwerk auf meiner Haut. Ich blieb kurz stehen, bedankte mich stolz für das Kompliment und drehte mich sogar einmal um meine Achse vor ihr. Ich hatte meine erste Unsicherheit überwunden. Gut, es fiel mir auch etwas leichter, weil es eine Passantin, also eine Frau war. Bei einem Mann hätte ich mich wohl noch kurz bedeckt. Bei dieser jungen Blondine hatte ich nicht das Gefühl, sie starre nur auf meine intimen Stellen. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sie mich als gesamte Erscheinung schön fand.

Vor einem Restaurant mit einer grossen Außenfläche blieb ich sogar stehen, weil ich hörte, wie die Gäste sofort über mich redeten, oder besser gesagt tuschelten. Ich fühlte mich sicher genug und stellte mich der Herausforderung. Schliesslich war es genau das, was ich mit diesem Experiment wagen wollte. Auch hier waren es vor allem die Frauen, die mich direkt ansprachen und mir vornehmlich Komplimente gaben. Die Herren waren entweder stille Genießer oder vielleicht halt auch lüsterne Betrachter. Es störte mich nicht. Es war der Kick, den ich gesucht habe.

“Cool!”

“Ganz schön mutig, gell?”

“Toll!”

“Ganz schön!”

“Sieht aus wie echt!”

“Ist sie wirklich ganz nackt?”

Alle redeten miteinander und offenbar hörte niemand dem anderen zu. Ich lächelte und präsentierte mich noch ein Weilchen. Der Kameramann hatte somit genug Zeit, die Reaktionen einzufangen. Das Stoffteil brauchte ich nach wie vor nicht. Ich wusste auch, wie ich mich hinstellen musste, dass man mich zwar als Ganzes betrachten, aber nicht zwischen die Beine starren konnte.

Ein paar Meter weiter sprach ich eine Gruppe älterer Menschen an. Diese lachten verlegen, als sie mich sahen.


“Fühlen sie sich gestört, wenn ich hier so rumlaufe?” fragte ich lächelnd.


“Nein, nein.” gab eine ältere Dame vehement zurück. “Das müssen Sie selber wissen, wenn sie so nackig rumlaufen.


Der ältere Herr, vermutlich ihr Mann, getraute sich nicht, etwas zu sagen. Er nickte nur und lachte beipflichtend. Er betrachtete mich und vor allem meinen Oberkörper. Weiter nach unten wagte er seinen Blick nicht zu leiten.


“Sie haben aber auch eine tolle Figur. Die können Sie schon zeigen!” erklärte die Dame.

“Es geht ja aber um meine Nacktheit und um das schöne Kleid, welches ich trage.” korrigierte ich sie freundlich.


“Ja, ja. Das ist alles gut. Kein Problem. Machen Sie nur weiter. Sie sehen schön aus.”

Freudig dankend wandte ich mich ab. Jetzt fühlte ich den Blick des Herren auf meinem Hintern. Aber damit musste ich rechnen. Es war cool.

Nach fast einer halben Stunde reichte es mir. Wir gingen einen Teil des Weges durch die Fußgängerzone wieder zurück und bogen dann durch eine andere Seitengasse ab, bis wir wieder beim Auto waren. Der Kameramann machte noch ein paar Aufnahmen vor einem alten Brunnen. Ich posierte, wie ich das gelernt hatte. Schliesslich sollte das Kunstwerk “Marinka” noch verewigt werden.

Dann gingen wir zurück in die Agentur wo ich mich duschen konnte und das Dirndl-Experiment als erfolgreiche Erfahrung abhaken konnte.


ENDE

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Professor Nestor Graubart

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